Bericht Jahreskonzert 2015

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Präsident Thomas Schütz bedankt sich bei Dirigent Cyrill Schaub. Er hat den Musikverein 2010 übernommen und ihn zur «Brass Band der Region» gemacht.

 

 

Am Jahreskonzert präsentierte sich der Musikverein dem Publikum in der neuen Uniform

Kurt Buchmüller

Das war schon ein erbauliches Bild: Die Band im weissen Hemd und in roter Weste, die Vereinsfahne im Hintergrund, ebenfalls in den Farben des Gemeindewappens, und an den Notenständern eine Standarte mit den gleichen Motiven und Farben. Die Rede ist von «Corporate Identity». Darunter werden die Einigkeit im Ideal und das Ziehen am gleichen Strick verstanden. Die musikalische Qualität der Brass Band äussert sich im komplexen Zusammenspiel. Da sitzt jeder Einsatz am genau richtigen Punkt, wuchtige Tutti wechseln mit beschaulichen Passagen ab und die Tongebung in den Registern könnte kaum einheitlicher sein. Es war das «Dankeschön-Konzert» für die Neuuniformierung 2014. Ohne Eintritt deshalb, aber die Kollekte dürfe auch geräuschlos sein, fügte Präsident Thomas Schütz am Schluss schmunzelnd hinzu.

Von Mini- zu Maxibrassers

Eine 14-köpfige Formation der Musikschule unter der Leitung von Niklaus Egg zeigte zu Beginn des Konzertes, dass die Begeisterung für die Blechmusik auch die Jugend erfasst hat. In der Instrumentierung ihren Vorbildern in der Maxi-Brass-Band fast gleichgestellt, führte sie vor, dass sie den Rhythmus schon voll intus hat und auch schon sehr weit gekommen ist in der einheitlichen Stimmführung. Seine weitreichende Kompetenz im konzertanten Bereich der Brass-Literatur zeigte der Musikverein dann anhand einiger überzeugender Beispiele. Wie es sich für eine Brass Band gehört und auch von ihr erwartet wird, begann das mit einem zackigen Marsch. In «Viva Birkinshaw» wurde vorab das volle Volumen entfaltet, die Cornetregister stimmten ein lüpfiges Thema an, die Bässe antworteten mit voller Puste und ein sprudelndes Klangbild ergoss sich in den Saal. In «Trailblaze» (Feuerspur) sorgte Dirigent Cyrill Schaub für ein Blitzgewitter aus scharfen und treffsicheren Akzenten, garniert mit ständigen Themawechseln und donnernden Paukenschlägen. «Swiss Air» entpuppte sich zwar als Tummeln in der Melodie von «Muss i denn zum Städtele hinaus». Geografisch lag das Stück zwar falsch, aus musikalischer Sicht erhielten die umkränzenden Variationen jedoch genau die richtige Leichtigkeit, was dem gigantischen Es-Bass gar nicht zugetraut wurde. Solist Samuel Bühler erhielt dafür den gebührenden Applaus. Zum Glanzstück des Orchesters wurde «From source to sea» (Von der Quelle zum Meer). Flexibel im Ausmalen von typischen Klangbildern, wird darin der Weg des Rheins vom Tomasee ins Meer mit dem Murmeln, Rauschen und Brausen des Wassers bis zum sanften Dahingleiten beschrieben.

Nach der Pause wandte sich das Programm bekannten Melodien zu, die den Elementen Luft und Wasser gewidmet sind. Erde und Feuer seien dann am Jahreskonzert 2016 fällig, erklärte Moderator Thomas Urech. Er erklärte die Beziehung der einzelnen Vorträge zu den musikalisch abgebildeten Themen. In «Dancing on the Seashore» war unschwer die Brandung an der Küste zu erkennen, in «Beyond the Sea» begab sich die Brass Band auf die Suche nach Nemo, und zu «Trouble in the Air» bestieg Thomas Urech einen Ballonkorb und liess sich vom Rhythmus tüchtig durchrütteln. Fröhlich und mit virtuosen Läufen gespickt stellte der Solist Niklaus Egg auf dem Es-Cornet das Tänzeln von «La Pulce d’Aqua» nach. Kontrastreich vom Schlagzeug unterstützt, erhielt «It’s Raining Men» das Stimmungsbild eines Trommelregens, worauf sich in «On Wings of Liberty» ein Wetterumschwung anbahnte, worauf auch der Malojawind den Nebel verscheuchte. «Riverdance» forderte die Brass Band nochmals zu verzwickten Einsätzen und mannigfaltigen Klangfarben in den Registern heraus. Wie immer vereinigte Dirigent Cyrill Schaub sein Orchester zu einem kompakten Spiel. Das Publikum antwortete mit einem Beifallssturm und konnte seinen musikalischen Appetit nach dieser Galavorstellung erst nach Zugaben stillen. Das gleiche Konzert wird morgen Samstag wiederholt.

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Es-Tubist Sämi Bühler beim Vortrag seines Solos „Swiss Air“

 

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