Zeitungsbericht Jahreskonzerte 2019

Talerschwingen und Alphornklänge am Jahreskonzert

Niklaus Egg mit Alphorn bei «Alpine Cowboy» ist ein Höhepunkt am Jahreskonzert des Musikvereins Rothrist. Alfred Weigel

 

Ein kleines Cornet-Solo legt Patrizia Akermann hin.

 

Fabian und Marcel Gaberthüel, dazwischen Kezia Schlatter, präsentieren das Talerschwingen im konischen Milchbecken bei «Sönd Willkomm».

Das Ehepaar Schweizer reist durch die Schweiz, vom Zürcher Hauptbahnhof geht es nach Schaffhausen zur Besichtigung der Befestigungsanlage Munot. Die Abfahrt mit der Schnellbahn verzögert sich um rund 12 Sekunden, eine zu langsame Durchsage wäre dafür verantwortlich gewesen. Kommentare zu grösseren Bahnverspätungen erübrigen sich. Begleitet werden Herr und Frau Schweizer bei ihrer «Tour de Suisse» von Helen Gloor. Mit einfallsreichen Beiträgen verbindet die Moderatorin die Musikstücke zu einem unterhaltsamen Ganzen. Frau Schweizers Feststellung nach Studium eines bekannten Magazins, dass es mehr Banken als Zahnärzte in der Schweiz geben würde, ist als Kostprobe zu verstehen.

«Towermusic» von Jean-Francois Michel leitet das Konzertprogramm ein. Die präsentierten Musikstücke wie «Auf des Munots» mit Glockenschlägen untermauern die Reisestationen. Bei «Fantasy on Swiss Airs» mit verschiedenen Tanzmelodien griff Solist Andreas Dätwyler zum Euphonium, dem Instrument erstaunlich tiefe Töne entlockend. In Luzern angekommen grüsst das Ehepaar Schweizer von der zweitlängsten überdachten Holzbrücke Europas zusammen mit angeblich 748 Asiaten und fast so vielen Fotoapparaten wie Selfie-Versuchen. «A Salute from Lucerne» spielte das Orchester dazu.

Solist Andreas Dätwyler entlockte seinem Euphonium tiefe Töne.

Mit der Rhätischen Bahn gehts ab in die Berge, «Alpine Cowboy» im Reisegepäck. Statt Sturmgewehr packt Niklaus Egg das Alphorn aus. Während des Luftholens hätte man einen Löffel fallen hören, so andächtig still lauschten die Konzertbesucher dem Alphornsolo. Der «Kriminal Tango» ehrt den 2012 verstorbenen Hazy Osterwald. Mit dem Titel aus dem Jahr 1959 erreichte das Sextett Weltruhm. Als weiterer Höhepunkt ist das Talerschwinger-Trio Kezia Schlatter, Fabian und Marcel Gaberthüel zu dem traditionellen Titel «Sönd Willkomm» von Hans Kast zu erwähnen. Dabei wird ein Fünfliber in ein tönernes konisches Milchbecken geworfen, wobei dieser vor 1968 geprägt sein sollte. Nur die Silbermünze erreicht den gewünschten Klang.

Bei «Swiss Sounds» mit modernen Melodien läuft Alphornsolist Niklaus Egg in Älpler-Kleidung zur grossen Show auf. Den Marsch «Marschbereit» als Zugabe verstanden längst nicht alle Besucher als Aufforderung, nach Hause zu gehen. Auf die Jugendarbeit legt der Musikverein Rothrist grossen Wert, ein Mädchen und sieben Buben im Alter zwischen 11 und 13 Jahren musizierten beim ganzen «Hopp Schwiz!»-Konzert mit. Ausgebildet werden die «Minibrassers» von Irmgard Ripfel, Fabian Gaberthüel und Niklaus Egg.

Das zweite Jahreskonzert findet morgen Samstag, 20 Uhr, im Gemeindesaal Breiten in Rothrist mit Nachtessen und Musikbar statt.
Nächster Höhepunkt ist der Musiktag in Möhlin am 25./26. Mai.

Kommentare sind deaktiviert.